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 DHM Deutsche historische Motorradmeisterschaft
Motorsportler Offline

Schrauber


Beiträge: 984

01.12.2012 11:54
Der Erfolg geht weiter antworten

Motorsport bedeutet heute Luxus. Steigende Rennstreckenmiete, Kosten des eigenen Fahrzeuges, Reisekosten bis hin zu den Startgeldern, macht Motorsport nur noch für Besserverdiener möglich. Anders bei der DHM. Der Veteranen Fahrzeug Verband, ermöglicht mit der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft eine Motorsportserie, die immer mehr gefallen findet und jedermann die Möglichkeit bietet unter zumutbaren Bedingungen Motorradsport unter Freunden zu betreiben. Wenn dieses dann noch auf Deutschlands schönsten Rennstrecken erfolgt, kann man vor den Organisatoren nur den Hut ziehen.
Gerade das Jahr 2012 beweist, dass die DHM die Nummer 1 für den klassischen Motorsport in Deutschland ist. 1600 Starter in acht Veranstaltungen stellt einen neuen Rekord dar und lässt zuversichtlich in die Zukunft blicken. Natürlich ist bei steigenden Strecken- und Sicherheitskosten konstante Zunahme der Starterzahlen notwendig, doch bleiben auch 2013 die seit fünf Jahren bestehenden Startgelder unverändert. Das dies möglich ist liegt alleine daran, dass das gesamte große Organisationsteam ehrenamtlich zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. Großen Dank gilt den einzelnen Motorsportclubs, wie dem MSC Porz, dem MSC Schotten oder dem Motor-Club Jan Wellem Düsseldorf, die sich für die DHM einsetzen sowie den Rennstreckenbetreibern vom Nürburgring, Oschersleben, Metz und Hockenheim, die dem Motorsport auf klassischen Motorräder möglich machen.
Wer erinnert sich nicht gerne an die Einstellfahrt in Oschersleben, die bereits durch einen neuen Teilnehmerrekord die Saison eröffnete. Oder an Metz, bei der erstmals die Schweizer Motorradfreunde (FHRM) gemeinsam mit der DHM ihre Meisterschaftsläufe austrugen. Eine Freundschaft die sich 2013 vertiefen soll.
Aber auch die beiden Veranstaltungen am Nürburgring des MSC Porz und bei dem Eifelrennen bestachen durch unvergessliche Erlebnisse. Der Flugplatz Dahlemer Binz, bei dem alle, außer der Wettergott, großen Spaß hatten. In Oschersleben bewies das Prinzenpark Revival, dass auch verschiedene Motorsportserien konkurrenzlos gemeinsam ein Wochenende gestalten können. Schotten und Hockenheim, das Mekka für den Historienfreund schlossen die Saison ab. Allesamt gelungene Veranstaltungen, bei denen sich auch immer wieder viele ehemalige Weltmeister, Europameister und Deutsche Meister der vergangenen Jahren sehen ließen und auch aktiv teilnahmen.
Der Gesamtsieger 2012 ist Horst Scherer aus Aachen auf einer Eigenbau Suzuki GSX 1100 aus dem Jahre 1983. Horst Scherer betreibt bereits seit 50 Jahren Motorradsport. Neben Ausweisrennen, Junioren-Pokal wechselte er 1974 in die Deutsche Meisterschaft. Nebenbei nahm er an verschiedenen Langstreckenpokalen teil. Sein Höhepunkt war die Teilnahme in der Super Bike Szene, wo er seine aktive Karriere 1986 bei der Bol Dor beendete. 1999 entdeckte Horst seine Leidenschaft zum Motorradsport und startete bei verschiedenen Klassikveranstaltunge, ehe er sich zu der regelmäßigen Teilnahme bei der DHM entschloss. Vor vier Jahren kaufte er dann die Suzuki und baute aus einem Serienmotorrad, ein Sportmotorrad der Superbikeszene aus den achtziger Jahren nachempfunden. Dieses Motorrad besticht nicht nur durch seine herausragenden technischen Änderungen an Motor und Fahrwerk, sondern auch durch eine tolle Optik. Eine Performance, perfekt um schnell unterwegs zu sein, was mit dem Meistertitel belohnt wurde. Horst Scherer konnte an allen Wertungsläufen teilnehmen und wurde mit drei Siegen, einem Zweiten und drei Dritten Plätzen der Fahrer, mit der geringsten Gesamtabweichung von nur 32,36 Sekunden und darf sich nunmehr Deutscher Historischer Motorradmeister 2012 nennen.
Vizemeister 2012 ist Edgar Rothenpieler aus Bad Laasphe mit seiner Triumph BD 250 aus dem Jahr 1939. Er belegte mit einer Gesamtabweichung von nur 35,15 Sekunden bereits wie im Vorjahr in der Gesamtmeisterschaft den zweiten Platz. Edgar gewann drei Wertungsläufe, belegte dreimal den Zweiten und viermal den dritten Platz in der Klasse C.
Bei der Triumph handelt es sich um einen Einzylinder Zweitakter mit 248 ccm Hubraum und einer Leistung von ca. 23 PS. Diese Motorräder wurden in den Jahren 1939 bis 1943 gebaut. Edgar Rothenpieler hat hiervon ein traumhaft schön restauriertes Motorrad, welches auf die, der damaligen Zeit entsprechende Rennsporttechnik umgebaut wurde. Das ein solches Motorrad auch rennstreckentauglich ist, beweist Edgar Rothenpieler, der mit dem Motorrad auf dem 5,4 km langen Nürburgring bei nasser Straße, eine Rundenzeit von 3,48 Min. fuhr, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80,941 km/h entspricht. Eine tolle Leistung, wenn man bedenkt, mit welch einer geringen Motorleistung und dem zeitgenössischen Fahrwerk Edgar Rothenpieler die Grand Prix Strecke am Nürburgring meisterte.
Meisterschaftsdritter ist Bruno Egloff aus Neu St. Johann aus der Schweiz auf einer Motosacoche D 50 aus dem Jahre 1931 mit einer Gesamtabweichung von nur 38,28 Sekunden. Bruno ist im Motorsport nicht unbelastet. Bereits mit vierzehn Jahren was er stolzer Besitzer einer umgebauten BSA. Über den Motorcross kam er dann zu den Gespannrennen, bei dem er im Alter von zwanzig und zweiundzwanzig zweimal als Schmiermaxe Schweizer Vizemeister wurde. Danach sammelte er auch auf Solomotorräder viele Rennkilometer ehe er sich beruflich bedingt aus der Rennszene zurückzog. Doch von dem Motorsport infiziert, entdeckte Bruno, der bereits seit dem Jahre 2000 an der DHM teilnimmt, seine Leidenschaft für Vorkriegsmotorräder. Bei seiner Meisterschaftsmaschine der Motosacoche D 50 um eine Werksmaschine von denen nur 25 gebaut wurden. Ehemals wurde das Motorrad von Dr. Daniel Hatz, Maschineningenieur bei General Motors und bei den Saurer LKW gefahren, der auch an der Maschine viele technische Verbesserungen vornahm. Und weil Bruno ein leidenschaftlicher Motorradfahrer ist, startete er noch mit einer Motosacoche C 35 mit der er in der Klassenwertung Platz drei belegte.
Doch die DHM besteht nicht nur aus den Meisterschaftsläufen, sondern wird auch auf anderen Gebieten tätig. Zunächst wäre hier die Nachwuchsarbeit zu nennen. Bereits 2011 wurden im Wege der Nachwuchsförderung eine Solorennmaschine und zwei Renngespanne überholt, neu aufgebaut und von jungen Nachwuchsfahrern 2012 erfolgreich an die Strecke gebracht.
Gleichfalls endete die jährliche Spendenaktion mit einem Gesamterlös von € 1.250,00, welches zu Unterstützung eines Projektes der Deutschen Kinderkrebshilfe verwendet wird.
Durch die Großveranstaltung in Schotten bietet die DHM in Deutschland auch eine Plattform für die Präsentation von echten historischen Rennmaschinen und deren Fahrer. So präsentierte in Schotten die Audi Tradition nicht nur schöne Privat- und Werksrenner aus eigenem Hause. Stefan Knittel zusammen mit Ralph Bonhorst schafften es in Hockenheim die schönsten historischen Renngespanne und die dazu gehörenden Meister und Größen der Gespannszene an den Ring zu bekommen. Ein Erlebnis, welches sich wohl kaum übertreffen lässt.
Ein anstrengendes Jahr endete schließlich mit der Abschlussfeier und Siegerehrung in der Stadthalle in Schotten, bei der viele zufriedene Teilnehmer anwesend waren.
Mit Abschluss der Saison, hat schon jetzt die Planung für 2013 begonnen. Während kleine Reglementänderungen notwendig wurden, gilt es den Jan Wellem Pokal, deren Veranstalter entgegen ihrer Ankündigung 2012 keine Zweiräder mehr wünschen, zu ersetzen. Doch auch dieser Ersatz dürfte für das kluge Orgateam keine große Herausforderung darstellen. Das Erfolgskonzept von Motorsport unter Freunden funktioniert dank der Mühe ihrer Helfer perfekt und wird in Deutschland zur festen Institution im klassischen Motorsport auf Zwei- und Drei Räder.

mit sportlichen Grüßen

Stephan Otto

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