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Dieses Thema hat 1 Antworten
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 DHM Deutsche historische Motorradmeisterschaft
Motorsportler Offline

Schrauber


Beiträge: 984

31.07.2011 16:29
Parade besonderer alter Rennmaschinen des VFV in Schotten antworten

Text: Manfred Woll

Wie in jedem Jahr stellt der VFV – neben seinen Läufen um die Deutsche Historische Meisterschaft – in Schotten auch wieder berühmte alte Rennmaschinen in einem Sonderlauf dem interessierten Besucher in Aktion vor. Dabei handelt es sich um Motorräder in originalem und zeitgemäßem Zustand, bei denen nicht nur die alte Optik, sondern auch der originale Sound den Zuschauer in seinen Bann schlägt. In diesem Jahr gilt die Aufmerksamkeit vor allem zwei Moto Guzzi Rennmaschinen aus dem Werksmuseum in Maranello.

Zum einen ist dies die berühmte „Bicilindrica“, mit der Stanley Woods 1935 die Senior-TT auf der Isle of Man gewinnen konnte. Mit damals 44 PS bei 7000 U/min und einem richtungsweisenden Fahrwerk mit Hinterradschwinge, war sie der Konkurrenz auf dieser schwierigen Strecke deutlich überlegen. Das in Schotten an den Start gebrachte Exemplar ist eine Version von 1946/47 und sie ist untrennbar mit dem italienischen Meisterfahrer Omobono Tenni verbunden, eine Fahrerlegende die den älteren Fans unter uns noch sehr bewusst ist. Diese Maschine wird erstmals in Deutschland zu sehen sein, wohingegen die zweite Moto Guzzi – die „Otto Cilindri“ – vor Jahren schon mal in Schotten am Start war. Sie konkurrierte in der 500er WM von 1955 bis 1957, war zwar technisch der Konkurrenz mit anfangs 68 und später bis zu 80 PS bei 12000 U/min überlegen, doch blieb ihr ein GP-Erfolg wegen zu vieler Kinderkrankheiten verwehrt. Für 1958 waren die Aussichten bestens, doch zog sich Moto Guzzi Ende 57 leider vom Rennsport zurück. Unvergessen bleibt den Älteren unter uns aber der von Keith Campbell 1957 in Spa aufgestellte Rundenrekord von 190,8 Km/h. Freuen wir uns auf den unvergleichlichen Auspuffton aus acht einzelnen Rohren!

Daneben dürfen wir uns auch an der von Gustav Assmann hervorragend restaurierten und beherzt gefahrenen Mondial 125 erfreuen, dem gleichen Motorrad mit dem Tarquinio Provini 1957 die Fahrerweltmeisterschaft erringen konnte. Es ist dies ein DOHC-Einzylinder mit Königswelle, einer Leistung von 18 PS bei 12000 U/min und einer Höchstgeschwindigkeit von knapp 190 Km/h. Dies allerdings mit der damaligen Vollverkleidung samt Heckteil, Teile welche an der Assmannschen Maschine leider nicht montiert sind. Dafür wird die alte Grand-Prix-Technik umso besser sichtbar.

Dieses Jahr werden wir eine erstaunlich große Zahl von Vorkriegsmaschinen am Start haben, Condor, NSU, Jap, AJS, Standard und andere, von denen hier die AJS von Dr. Lotter erwähnt werden soll, die berühmte Einzylinder mit der kettengetriebenen obenliegenden Nockenwelle, 1927 erschienen und Vorläufer des bis 1962 gebauten Typs 7R. Unser Exemplar ist die 500er M 10 von 1929, von der es auch – erfolgreichere – Versionen mit 250 und 350ccm gab. Erinnert sei an den 3.Platz von Jimmy Simpson bei der Junior-TT 1927 den 2.Platz von Wal Handley bei der Junior-TT von 1929 und den überragenden Sieg in der Leightweight-TT von Jimmy Guthrie 1930. Diese Maschine wird erstmals hier in Schotten an den Start gehen.

Erwähnenswert wäre jede der mehr als dreißig Maschinen, aber der Besucher kann sich ja vor Ort ein Bild von dem gesamten Starterfeld machen. Das ist nämlich der große Vorteil dieser VFV-Präsentation historischer Rennmaschinen, dass der interessierte Besucher jedes einzelne Exemplar in Augenschein nehmen kann, es aus jeder Perspektive fotografieren darf und die stolzen Besitzer in aller Regel auch gerne die Fragen zur Technik und Geschichte ihres Motorrads beantworten. Eine solche Präsentation originaler, unverbastelter und in zeitgemäßem Zustand befindlicher Rennmotorräder ist eine vordringliche Aufgabe des VFV, damit der interessierte Zuschauer sich ein Bild der Rennmaschinen machen kann, wie sie zu ihrer Zeit tatsächlich im Einsatz waren. Dies ist wichtig, da bei einem Überangebot neu entstandener sogenannter Veteranenrennen meist unzeitgemäße Basteleien. Fakes und biederes Serienmaterial den Blick des Betrachters trüben.

Hier für einen klaren Blick auf die Historie zu sorgen, dafür soll der VFV-Sonderlauf in Schotten dienen. Möge jeder Veteranenfreund diese Möglichkeit am 20./21.August nutzen!

mit sportlichen Grüßen

Stephan Otto

Angefügte Bilder:
Moto Guzzi V8.jpg   Moto Guzzi V2.jpg   Mondial DOHC 125.jpg   AJS M 10.jpg  
oldimathes Offline

Schrauber


Beiträge: 946

01.08.2011 01:34
#2 RE: Parade besonderer alter Rennmaschinen des VFV in Schotten antworten

Hallo,
soviel ich gehört habe, handelt es sich bei den beiden Moto Guzzis nicht um Maschinen aus dem Werksmuseum. Es sollen sich um Maschinen aus privater Sammlerhand handeln. Wenn die Maschinen aus privater italienischer Hand sind, kann man den Sammlern schon vorab "Mille Grazie" zurufen und hoffen, dass die Maschinen gut durchhalten!
Aber natürlich auch den anderen Teilnehmer vielen Dank vorab, das Sie ihre (echten) Rennmaschinen präsentieren.
mit freundlichen Grüssen
oldimathes

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