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 DHM Deutsche historische Motorradmeisterschaft
Motorsportler Offline

Schrauber


Beiträge: 984

11.12.2010 20:37
Jahresresümee der DHM antworten

Etwa 180 Freunde der historischen Zweiradserie klatschten Beifall, als Peter und Benedikt Heine als Meister 2010 der Deutschen Historischen Motorradmeisterschaft bei der Siegerehrung auf die Bühne geholt wurden. Insbesondere die eingeschworene Gruppe der Gespannfahrer feierten ihre beiden Helden aus der Dreiradfraktion.
Am 30.10.2010 lud die Motorsportstadt Schotten in ihre Festhalle ein, um alle Meister des Jahres 2010 gebührend zu feiern. Der MSC Schotten hatte die gesamte Halle feierlich mit Requisiten aus vergangenen Motorsportzeiten dekoriert und ein feines Büffet für alle Gäste organisiert.

Feierlich stimmte dann zunächst der 1. Vorsitzende des MSC Schotten Wolfgang Wagner, die Bürgermeisterin Susanne Schaab , sowie der 1. Vorsitzende des VFV Alfred Hass die Gäste auf den bevorstehenden Abend ein, bis dann Joachim Grabitz mit der Siegerehrung begann. Galt es doch die Fahrer von zwölf Soloklassen und drei Gespannklassen zu prämieren. Unermüdlich und wie gewohnt absolut professionell hatte Joachim Grabitz jeden Fahrer zu sich auf die Bühne gebeten und konnte die eine und andere Anekdote zu den einzelnen Fahrern erzählen.

Der Höhepunkt war natürlich die Ehrung der Meister Peter und Benedikt Heine aus Au auf ihrem BMW 12 Zoll Kneeler Gespann, die in neun Meisterschaftsläufen, acht Mal auf dem Podest standen. Mit einer Gesamtabweichung von nur 18,33 sec mussten die Meister bis zum Schluss kämpfen, um sich gegenüber 278 in die Deutsche Historischen Motorradmeisterschaft eingetragen Fahrer durchsetzen zu können.

Während des gesamten Saisonverlaufes gehörten sie zu den schnellsten. So umrundeten sie beispielsweise den 5,1 km langen Rundkurs des Nürburgringes in einer Zeit von 2,51 min, was etwa eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 108 km/h entspricht. Eine Geschwindigkeit, die viele Solomotorräder nicht schafften.

Die BMW der Meister hat einen 1000 ccm Gleitlagermotor mit ca. 80 PS und verhilft dem Gespann zu einer Spitzengeschwindigkeit von ca. 220 km/h. Es wurde bereits 1973 zunächst von Franz Steidel aus Leimen gefahren und in den Jahren 1974 und 1975 in der WM eingesetzt. Helmut Schilling schaffte bei der TT 1975 (Schilling/Knighs), den 4. Platz.

In den Jahren 1976 bis 1979 wurde das Gespann von einem der letzten BMW RS Gespannfahrer, Friedel Reinhardt aus Oberursel bei nationalen Rennen wie z.Bsp. dem OMK Pokal eingesetzt. Heute wird das das geschichtsträchtige Gespann, von den amtierenden DHM-Meister 2010 regelmäßig bei Klassikveranstaltungen bewegt.

Vater und Sohn bewiesen 2010, dass sie ihr Gespann nicht nur technisch perfekt instandhalten, sondern auch fahrerisch als Team gemeinsam ihr Gespann im Griff haben und immer auf der Ideallinie schnell unterwegs waren.
Platz 2 belegten Martha und Klaus Baumgärtner aus Dolgelsheim auf einer BMW mit einer Gesamtabweichung von 21,59 sec.

Platz 3 belegten Harry und Jan Hendrik Held aus Fehl-Ritzhausen ebenfalls auf BMW mit einer Abweichung von nur 22,02 sec.

Während der Prämierung der Meister konnte der Veteranen Fahrzeug Verband auf zwei weitere Jubiläen stolz sein. Vor 40 Jahren, am 10. Mai 1970 anlässlich des Maipokalrennens auf den Hockenheimring, präsentierte der VFV auf die Initiative von Karl Reese und Dieter Herz den ersten Präsentationslauf historischer Rennmaschinen. Dies war der Startschuss für den Zwei- und Dreirädrigen historischen Motorradsport. Schnell entwickelte sich eine interne Clubmeisterschaft nach dem bewährten Gleichmäßigkeitsprinzip. Anfang der Neunzigerjahren und somit vor 20 Jahren wurde aus der Clubmeisterschaft das Prädikat „Deutsche Historische Motorradmeisterschaft“ welche mit allen anderen Deutschen Meisterschaften gleichzusetzen ist. Damals erfolgte die Serie noch nach dem Regelwerk der OMK, heute nach den bekannten Regeln der Nachfolgeorganisation DMSB.

Waren es noch vor vierzig Jahren eine Handvoll Rennsportbegeisterte die ihre alten Schätze den Zuschauern im Rahmenprogramm präsentierten, hatte 2010 die DHM eine Gesamtstarterzahl von ca. 1.200 Starter an sieben Rennwochenenden. Voller Stolz waren die Organisationen Dieter Wandelt und Theo Sattler als sie diese Zahlen den Interessenten präsentierten konnten. Eine super Leistung, wenn man bedenkt, dass die gesamte Meisterschaft nur von ehrenamtlichen Helfern, die gleichzeitig auch Fahrer sind, organisiert und ausgetragen wird. Beeindruckend ist dabei auch, dass die DHM sich finanziell nur aus den Startgeldern ohne Sponsoren und Zuschauergelder finanziert.

Das eine solche Serie nur funktioniert, wenn die Organisatoren nicht nur klug planen und viele Fahrer uneigennützig helfen, ist offensichtlich. So war es auch kein großes Problem ausscheidende Funktionsträger durch neue zu ersetzen. Insgesamt waren alle Läufe zur DHM perfekt von Dieter Wandelt Theo Sattler und Joachim Grabitz bis ins Detail organisiert. Schwierige Entscheidungen wie die Aufstellung des Rennkalenders, das Finden einer Ersatzstrecke für die kurzfristige Absage eines Rennstreckenbetreibers oder die Entscheidung beim Schottenring Grandprix die laufende Veranstaltung wetterbedingt abzusagen, wurden professionell mit den Fahrersprechern im Sinne aller Fahrer gelöst.

Gefahren wurde im Jahr 2010 auf dem Nürburgring, Hockenheimring, Oschersleben und Metz, auf den Flugplätzen in Hildesheim und Dahlemer Binz, sowie auf dem Stadtkurs in der Motorsportstadt Schotten.

Für 2011 haben die Vorbereitungen bereits begonnen. Dabei soll mit der Errichtung einer eigenen Pressestelle und der Einführung eines eigenen DHM-Forums, Informationen über den historischen Motorsport zukünftig zugänglich gemacht werden. Auch soll der Idealfall, in jedem Monat ein DHM-Lauf durchzuführen, verwirklicht werden. Ob dies allerdings in den Terminkalender der Streckenbetreiber passt, ist noch nicht abzusehen.


Die DHM steht auf gesunden Füßen und wird auch 2011 wieder jedermann die Möglichkeit geben, unter Freunden sein Solo- oder ein Gespannmotorrad auf einer Rennstrecke zu bewegen. Dabei soll auch 2011 die Präsentation und nicht die Zerstörung von historischen Motorsportfahrzeugen im Mittelpunkt stehen.

mit sportlichen Grüßen

Stephan Otto

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